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Bildschirmzeit nach Alter: Wie viel ist okay? (0–16 Jahre)

Wie viel Bildschirmzeit ist okay? Tabelle mit Richtwerten für 0–16 Jahre aus BIÖG, klicksafe, SCHAU HIN! und WHO — und warum Minuten allein nicht reichen.

· Lesedauer: ca. 8 Minuten · Alex D.

Es ist kurz nach acht. Dein Kind sitzt mit dem Handy auf dem Sofa und sagt: „Nur noch eine Folge.“ Du willst nicht schon wieder streiten, also tippst du in die Suche: Wie lange darf ein Kind eigentlich am Bildschirm sein? Die erste Seite nennt eine halbe Stunde. Die nächste eine Stunde. Die dritte ein Wochenkonto. Und alle klingen, als wäre genau ihre Zahl die richtige.

Was, wenn die Zahl gar nicht das ist, was den Abend kippen lässt?

Video (5:28). Mit dem Klick lädst du es von YouTube (youtube-nocookie.com); erst dann werden Daten an YouTube übertragen. Stimme KI-generiert, Teile der Bilder KI-generiert.

Bildschirmzeit nach Alter: die Richtwerte im Überblick

Die Tabelle fasst zusammen, was das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG, früher BZgA), klicksafe und SCHAU HIN! als Orientierung nennen, für die Kleinsten auch die WHO. Es sind Richtwerte für die Freizeit, keine Grenzwerte. Die Altersgruppen sind die der Quellen, deshalb stehen 10 und 11 Jahre in der Zeile 9–12 und 13 bis 15 Jahre in der Zeile 12–16.

AlterOrientierung pro Tag (Freizeit)Worauf es mehr ankommt als auf Minuten
0–3 JahreAm besten keine Bildschirmmedien (BIÖG, klicksafe). WHO: unter einem Jahr und mit einem Jahr keine Bildschirmzeit, mit zwei Jahren höchstens eine Stunde, weniger ist besser.Bilderbücher, Vorlesen und Hörspiele. Bildschirme auch nicht nebenbei laufen lassen.
3–6 JahreHöchstens 30 Minuten, nicht jeden Tag (BIÖG, klicksafe). SCHAU HIN!: für Vier- und Fünfjährige bis zu einer halben Stunde. WHO: bis vier Jahre höchstens eine Stunde, weniger ist besser.Gemeinsam schauen, altersgerechte Inhalte, danach darüber sprechen.
6–9 Jahre30–45 Minuten (BIÖG, klicksafe). SCHAU HIN!: bis zu einer Stunde.Inhalte begleiten. Die Zeit muss nicht täglich ausgeschöpft werden.
9–12 Jahre45–60 Minuten (BIÖG, klicksafe), alternativ ein Wochenkonto. SCHAU HIN!: ab 10 Jahren ein Wochenkontingent.Regeln gemeinsam vereinbaren, zum Beispiel in einem Mediennutzungsvertrag. Inhalte besprechen.
12–16 JahreEin bis zwei Stunden, nicht nach 21 Uhr (BIÖG, klicksafe).Zeiten absprechen und den eigenen Konsum gemeinsam anschauen.

Quellen: BIÖG: Tabelle zur Mediennutzung und BIÖG: Wie viel Bildschirmzeit ist okay?, klicksafe für 0–6, 6–12 und 12–16 Jahre, SCHAU HIN! und die WHO-Mitteilung von 2019. Abgerufen am 24.10.2026.

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Wo sich die Quellen unterscheiden

Die Zahlen unterscheiden sich. Das BIÖG betont, dass es Orientierungswerte sind, weil Kinder unterschiedlich auf Medien reagieren.

  • Unter drei Jahren: BIÖG und klicksafe raten am besten ganz ab. Die WHO nennt für Zweijährige höchstens eine Stunde und schreibt dazu, dass weniger besser ist.
  • Sechs bis neun Jahre: BIÖG und klicksafe nennen 30 bis 45 Minuten, SCHAU HIN! bis zu einer Stunde.
  • Ab zehn Jahren: SCHAU HIN! rechnet mit einem Wochenkontingent: eine Stunde pro Lebensjahr in der Woche, alternativ zehn Minuten pro Lebensjahr am Tag. Für ein zehnjähriges Kind sind das rechnerisch zehn Stunden pro Woche oder 100 Minuten pro Tag. BIÖG und klicksafe nennen für 9- bis 12-Jährige 45 bis 60 Minuten täglich. Das ist deutlich weniger.

Eine einzige richtige Zahl gibt es also nicht. Es gibt eine Spanne, und wo ihr in dieser Spanne landet, hängt von deinem Kind und eurem Alltag ab.

Was in die Rechnung gehört und was nicht

Die Tabelle gilt für Bildschirmmedien in der Freizeit. Hörmedien wie Musik und Hörgeschichten nennt das BIÖG getrennt: etwa 30 Minuten pro Tag unter drei Jahren, etwa 45 Minuten von drei bis sechs und etwa 60 Minuten von sechs bis neun Jahren. klicksafe zählt auch Videotelefonate mit der Familie zur Bildschirmzeit, sie sollen dann in den Tagesablauf passen. Recherchen und Hausaufgaben am Computer zählen nach dem BIÖG nicht dazu, SCHAU HIN! rechnet bis neun Jahre die schulische Mediennutzung nicht mit. klicksafe rechnet alle Geräte zusammen: Smartphone, Fernseher, Konsole und Computer gehören zur selben Gesamtzeit.

Warum die Minuten den Streit nicht allein lösen

Du kannst die perfekte Zahl wählen und trotzdem jeden Abend streiten. Vielleicht kennst du das: Der Streit beginnt nicht bei der Zahl, sondern in dem Moment, in dem der Bildschirm ausgeht. Dein Kind ist noch drin, du stehst im Raum, der Übergang kommt aus dem Nichts, und du merkst, wie du beim Ausschalten immer lauter wirst.

Auch klicksafe setzt die Gewichte so: Wichtiger als die exakte Minutenzahl sei ein ausgewogener Tagesablauf, und die Zeitangaben seien Richtwerte, über die man in der Familie sprechen kann. Das BIÖG geht noch einen Schritt weiter. Wirkt ein Kind nach der Mediennutzung teilnahmslos, aggressiv, überdreht oder unkonzentriert, kann die Zeit zu lang gewesen sein. Dein Kind sagt dir also oft mehr als die Tabelle.

Und es gibt die zweite Seite: deine eigene. Ein Bildschirm kann sich wie eine Pause anfühlen, auch für dich. Wenn danach das Gefühl bleibt, leerer zu sein als vorher, war es vielleicht nicht die Pause, die du gebraucht hast.

Drei Schritte für den Moment des Ausschaltens

1. Zahl und Pausen gemeinsam festlegen. Das BIÖG rät zu gemeinsamen, verbindlichen Vereinbarungen. Bei Jugendlichen halte man Regeln eher ein, wenn sie mitentscheiden dürfen. Als feste Pausen nennt das BIÖG die Mahlzeiten und etwa die letzte Stunde vor dem Schlafen.

Konkret: Setzt euch einmal hin, nicht mitten im Streit. Schreibt eine Zahl auf, pro Tag oder pro Woche, dazu zwei feste Pausen: Essen und die Stunde vor dem Schlafen. Bei älteren Kindern handelst du die Zahl aus, statt sie zu verkünden.

2. Das Ende mit einer Handlung ankündigen. Mit dem Ausschalten ist es ähnlich wie beim Abschied vom Spielplatz: Eine Handlung als Ende kann für ein Kind greifbarer sein als eine Uhrzeit.

Konkret: Statt „In zehn Minuten ist Schluss“ sagst du: „Wenn die Folge zu Ende ist, machen wir aus. Danach decken wir den Tisch.“ Und dann machst du aus, ohne weitere Verhandlung.

3. Erst ausatmen, dann die Ansage. Wenn die Stimme schon eng wird, kann beim Kind eher der Ton ankommen als deine Worte. Langes Ausatmen vor der Ansage kann helfen, ruhiger anzukommen.

Konkret: Einmal lang ausatmen, länger als einatmen. Dann einmal ruhig sagen, was jetzt passiert, und warten. Ein bisschen Weinen darf sein, du musst es nicht verhindern.

Gerade am Nachmittag mischt sich beides, Schule und Freizeit. Wenn die Hausaufgaben am Bildschirm laufen, schau dir an, wie der Nachmittag bei Hausaufgaben kippt, bevor du die Freizeitzeit einsammelst.

Genau diesen Moment, den Übergang, behandelt Session 6 im Bildschirm-Kompass. Du kannst vorher 90 Sekunden reinhören.

Bei Jugendlichen zählen Absprachen

Wie lange darf eine 13-Jährige am Handy sein? Wie viel Handyzeit ist mit 15 Jahren okay? Die Quellen nennen für 12- bis 16-Jährige ein bis zwei Stunden freie Bildschirmzeit pro Tag, bis spätestens 21 Uhr. klicksafe weist darauf hin, dass die Gesamtzeit über alle Geräte zählt: Smartphone, Fernseher, Konsole, Computer.

Mit 13 oder 15 Jahren hilft eine Tabelle oft wenig, wenn dein Kind sie nicht mitträgt. Das BIÖG nennt für Jugendliche eine regelmäßige Reflexion der Mediennutzung, und klicksafe regt an, dass sie ihren eigenen Konsum hinterfragen. Du fragst also eher: Wie läuft die Woche? Bleibt neben den Medien noch Zeit für Schule und Hobbys? Das ist ein Gespräch, kein Urteil.

Ein eigenes Smartphone sieht das BIÖG frühestens ab neun Jahren vor, besser ab zwölf, und dann mit eingeschränktem Internetzugang. Auch das ist eine Orientierung, keine Regel.

Was das hier nicht leistet

Die Tabelle sagt dir nicht, was für dein Kind richtig ist. Sie kennt weder seinen Tag noch seinen Schlaf, seine Schule oder eure Abende. Und sie löst den Streit nicht allein: Auch mit der besten Zahl kann es Abende geben, an denen es trotzdem kippt, zum Beispiel wenn dein Kind müde ist oder du.

Wenn dir etwas Sorgen macht, zum Beispiel Schlaf, Konzentration oder Stimmung deines Kindes, sprich dazu mit deiner Kinderärztin oder deinem Kinderarzt. Eine Zahl aus einer Tabelle ersetzt diese Einschätzung nicht.

Vielleicht ist die wichtigste Frage am Ende eine andere als die aus der Suche: nicht „Wie viele Minuten?“, sondern „Wie fühlt sich der Moment an, in dem es endet?“

Häufige Fragen

Wie lange darf eine 13-Jährige am Handy sein?

Für 12- bis 16-Jährige nennen BIÖG und klicksafe als Orientierung höchstens ein bis zwei Stunden Freizeitnutzung pro Tag, nicht nach 21 Uhr. Das gilt für alle Bildschirme zusammen, nicht nur fürs Handy. Es sind Richtwerte, die ihr gemeinsam anpassen könnt.

Welche Bildschirmzeit ist mit 11 Jahren empfehlenswert?

BIÖG und klicksafe nennen für 9- bis 12-Jährige 45 bis 60 Minuten pro Tag, klicksafe zusätzlich ein Wochenkonto. SCHAU HIN! rechnet ab zehn Jahren mit einer Stunde pro Lebensjahr in der Woche. Die Quellen liegen also auseinander.

Wie viel Handyzeit ist mit 15 Jahren okay?

BIÖG und klicksafe nennen für 12- bis 16-Jährige ein bis zwei Stunden täglich, bis spätestens 21 Uhr. Wichtiger als die genaue Minutenzahl ist laut klicksafe ein ausgewogener Tagesablauf. Sprecht die Zeiten mit deinem Kind ab, statt sie zu verkünden.

Wie viel Medienzeit ist mit 9 Jahren okay?

Mit neun Jahren liegen die Quellen an einer Altersgrenze. Für 6- bis 9-Jährige nennen BIÖG und klicksafe 30 bis 45 Minuten, SCHAU HIN! bis zu einer Stunde. Ab neun Jahren sprechen BIÖG und klicksafe von 45 bis 60 Minuten pro Tag.

Zählen Hausaufgaben am Computer zur Bildschirmzeit?

Nach dem BIÖG gelten die Zeitgrenzen nicht für Recherchen oder Hausaufgaben am Computer. SCHAU HIN! rechnet schulische Mediennutzung bei Kindern bis neun Jahren ebenfalls nicht mit. Die Richtwerte beziehen sich auf die Freizeit.

Ab welchem Alter ist ein eigenes Smartphone sinnvoll?

Das BIÖG nennt ein eigenes Smartphone mit eingeschränktem Internetzugang frühestens ab neun Jahren, besser ab zwölf. Das ist eine Orientierung, keine feste Regel. Viel hängt davon ab, ob ihr Zeiten und Inhalte gemeinsam begleitet.

Wie lange darf ein Kleinkind am Bildschirm sein?

BIÖG und klicksafe empfehlen für Kinder unter drei Jahren am besten gar keine Bildschirmmedien. Die WHO rät für unter Zweijährige von Bildschirmzeit ab und nennt für Zweijährige höchstens eine Stunde, weniger sei besser.

Was tun, wenn es nach dem Ausschalten jedes Mal Streit gibt?

Dann kann es am Übergang liegen und nicht nur an der Zahl. Kündige das Ende vorher an, verbinde es mit einer Handlung statt einer Uhrzeit und atme aus, bevor du es ansagst. Wie das aussehen kann, steht im Abschnitt mit den drei Schritten.

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Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung oder therapeutische Begleitung.